Im Hochsommer taucht die Frage regelmäßig auf: Warum sind es dieses Jahr so viele? Warum kommen sie ausgerechnet in diesen Garten, in diese Ecke, an diesen Tisch? Wer versteht, was Wespen anzieht, kann auch gezielt etwas dagegen tun – und das ist oft einfacher als gedacht.
Wespen suchen im Sommer vor allem zwei Dinge: Eiweiß und Zucker. Diese Kombination bestimmt fast vollständig, welche Gärten sie häufiger aufsuchen als andere.
Fallobst ist der unterschätzte Hauptfaktor
Wer einen Apfelbaum, Pflaumenstrauch oder Kirschbaum im Garten hat, kennt das Phänomen. Sobald die ersten Früchte auf den Boden fallen und beginnen zu gären, entsteht ein Geruchssignal, das Wespen aus weiter Entfernung anzieht. Vergorenes Obst enthält Alkohol und Zuckerstoffe – für Wespen eine verlockende Kombination.
Der entscheidende Punkt: Nicht der Baum ist das Problem, sondern das Obst, das liegen bleibt. Wer Fallobst regelmäßig – am besten täglich – aufsammelt und entsorgt, nimmt den größten Anziehungspunkt weg. In der Komposttonne sollte es dabei immer gut abgedeckt sein.
Offene Getränke und Süßes auf dem Tisch
Limonade, Fruchtsaft, Bier – all das riecht für Wespen nach Nahrung. Eine offene Dose, die in der Sonne steht, kann innerhalb von Minuten zur Anlaufstelle werden. Das gilt auch für Marmeladen, Kuchenreste oder den Zucker im Kaffeebecher.
Ein häufiger Fehler ist, Getränke kurz unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Wespen können unbemerkt in Dosen oder Flaschen kriechen – was bei einem Schluck unangenehme Folgen haben kann. Abdeckhauben oder einfache Bierdeckel sind hier keine große Investition, aber eine wirksame Maßnahme.
Fleisch und Grillgerüche
Im Frühherbst, wenn die Wespenkönigin keine Eier mehr legt und die Kolonie sich auflöst, steigt der Bedarf nach Eiweiß im Volk. Genau dann werden Grillabende zur Hauptanziehungskraft. Fleischgerüche ziehen Wespen über weite Strecken an.
Das bedeutet nicht, dass man im August nicht mehr grillen kann. Aber: Fleisch abgedeckt bereitstellen, Teller nicht lange offen stehen lassen, Grillgut möglichst schnell wegtragen. Wer grillt, sollte auch Essensreste konsequent beseitigen – angebrannte Fleischreste auf dem Rost sind ein weiterer Lockfaktor, der oft vergessen wird.
Mülleimer und Kompost
Ein offener Mülleimer in Terrassennähe ist für Wespen ähnlich attraktiv wie ein gedeckter Tisch. Süße Getränkereste in nicht verschlossenen Behältern, Obstschalen, Fleischverpackungen – das alles sendet Signale.
Komposthaufen ohne Abdeckung sind besonders im Spätsommer problematisch. Wenn dort gärendes Obst oder Essensreste liegen, kann das die Wespendichte im Garten spürbar erhöhen. Eine einfache Abdeckung oder ein geschlossener Kompostbehälter schafft Abhilfe.
Was Wespen nicht anzieht – und was trotzdem oft geglaubt wird
Ein verbreiteter Irrglaube: Wespen kommen wegen der Blumen. Tatsächlich spielen Blüten für die meisten Wespenarten eine untergeordnete Rolle – sie sind keine Bestäuber wie Bienen und fliegen Blüten meist nur an, wenn dort zufällig Zuckerlösung vorhanden ist.
Ein anderer Irrtum: dass ein aufgehängtes Wespennest aus Papier andere Wespen fernhält. Dieser sogenannte „Fake-Nest-Trick“ funktioniert in der Praxis so gut wie nicht. Wespen orientieren sich nicht visuell nach fremden Nestern in dieser Form.
Den Garten weniger attraktiv machen
Die gute Nachricht: Die meisten Anziehungspunkte lassen sich kontrollieren. Fallobst täglich aufsammeln, Getränke abdecken, Mülleimer schließen, Grillreste schnell entsorgen – das allein reicht in vielen Fällen aus, um den Garten für Wespen deutlich uninteressanter zu machen.
Wer darüber hinaus aktiv etwas tun möchte, findet unter Wespen im Garten vertreiben – was wirklich hilft einen Überblick über weitere Maßnahmen, die tatsächlich etwas bewirken.
